Aussagen zum 100-Jährigen...

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Bei der Durchsicht meiner vielen Prospekte, Bücher und was sich sonst noch ansammelt, fiel mir die Festschrift zum 100-Jährigen Jubiläum der Bahn in die Hände. Erstaunlich wie alle Politiker - und eine Politikerin - die Bahn in den Himmel lobten. Diese Aussagen will ich Ihnen nicht vorenthalten, denn da sind wirklich alle für den Erhalt der Thörlerbahn!

Alle Beiträge, die sie im folgenden lesen, sind ungekürzt unverändert und unkommentiert der Festschrift entnommen. Warum solte ich auch was ändern, oder kommentieren? Jeder ist doch im wesentlichen für die Bahn?

Noch ein kleiner Hinweis, die Titel der Personen beziehen sich auf den Zeitpunkt der Drucklegung der Festschrift und nicht auf den heutigen Tag. Da hat sich einiges geändert!

Doch lassen Sie doch nun mal die Dame und die Herren der Festschrift aus dem ewig lang vergangenem Jahr 93 zu Wort kommen...


Zum Geleit (Dr. Josef Krainer)

Während der industriellen Revolution des vergangenen Jahrhunderts wurde auch die Steiermark durch Eisenbahnen erschlossen. Bedeutend war die Stichbahn nach Thörl und Au-Seewiesen, mit der ein traditionsreiches Industriegebiet an die Südbahn angeschlossen wurde.
Grundlegende Veränderungen haben in unserer Zeit auch das Eisenbahnwesen betroffen. So wurde auf der Thörlerbahn zu Ende der 60er Jahre der Personenverkehr eingestellt, die Bahn selber vom Land Steiermark übernommen und die Streckenlänge reduziert.
Aber die Thörlerbahn ist zu neuem Leben erwacht. Das ist im wesentlichen dem Verein der Freunde der Thörler Eisenbahn zu danken. So ist es mehr als nur Nostalgie wenn seit zwei Jahren wieder "Bummelzüge" von von Kapfenberg nach Seewiesen fahren, die Bahn wieder angenommen, man besinnt sich auf ein gutes Stück steirischer Eisenbahntradition.
Zum 100-Jahr Jubiläum wird diese Festschrift herausgegeben, die Geschichte und Entwicklung der Thörlerbahn eingehend geschildert.
Allen, die sich um diese Festschrift verdient gemacht haben, danke ich besonders.
Mein herzlicher Gruß gilt allen Fahrgästen der Thörler Bahn. Ich wünsche ihnen viel Freude bei dieser Fahrt in das schöne Afflenzer Tal in der steirischen Region Hochschwab Süd.

Dr. Josef Krainer (Landeshauptmann von Steiermark)


Zum Geleit (DDr. Peter Schachner-Blazizek)

Im Thörlertal geht die Kunde, daß die kleine Dampfeisenbahn, die sich entlang des Baches in Richtung Seewiesen schlängel, so langsam gefahren sei, daß es für einen sportlichen Menschen durchaus möglich war, abzuspringen und auf Schusters Rappen neben dem pfauchenden, rauchenden Maschinchen herzulaufen.
Beschaulichkeit und Gemütlichkeit sind heute ein Luxus geworden. der im Alltagsleben keinen Platz mehr hat. Umso schöner ist es, daß Menschen zumindest in den wenigen Mußestunden vergessen können, daß der Leitsatz, "Zeit ist Geld" unser Leben bestimmt.
Mit Engagement und Fleiß haben es die Betreiber der Thörlerbahn geschafft, jene bereits vergangene Welt wieder lebendig werden zu lassen, die schon Peter Rosegger in seiner Geschichte über die Dampfeisenbahn so humoristisch beschrieben hat.

DDr. Peter Schachner Plazizek (Erster Landeshauptmannstellvertreter)


Zum Geleit (Waltraud Klasnic)

Die Thörler Eisenbahn, die am 9. Dezember 1993 ihr 100 Jähriges Jubiläum feiert, zählt zu den ersten Bahnstrecken, die das Land Steiermark errichtete. Schon damals - vor 100 Jahren - galt es, durch den geziehlten Ausbau der Infrastruktur eine Grundlage für die steirische Wirtschaft und für die Mobilität der steirischen Bürgern zu schaffen.
Die Zeiten haben sich geändert. Ganz besonders freut mich deshalb die Initiative, einen Dampfbummelzugverkehr zwischen Kapfenberg, Afflenz und Seebach zu betreiben. Dies betrifft schließlich die Ressorts Wirtschaft, Tourismus und Verkehr, die mir innerhalb der Landesregierung anvertraut sind.
Der Verein "Thörlerbahn - Region Hochschwab" hat hier großen Einsatz geleistet: Man hat sich um geeignete Fahrzeuge und auch um die Ausbildung von Lokomotivführern gekümmert. Ich bin überzeugt, daß diese Attraktion nun im Jubeljahr viele Fahrgäste verzeichnen wird und wünsche "Freie Fahrt" für den Dampfzug der Thörler Bahn!

Waltraud Klassnic (Landesrätin für Wirtschaft, Tourismus und Verkehr)


Liebe Freunde der Thörlerbahn! (Klaus Prischl)

Das hundertjährige Jubiläum dieser Eisenbahn möchte ich zum Anlaß nehmen, all den jenen zu danken, die den Weiterbestand mit viel Idealismus und Einsatz ermöglichen.
Die Thörlerbahn führt durch eine der schönsten und geschichtsträchtigsten Gegenden unseres Bundeslandes, von der Einkaufsstadt Kapfenberg mitten in die Alpenregion Hochschwab.
Gerade in unserer schnellebigen Zeit ist es von besonderer Bedeutung, auch die Tradition zu pflegen und Liebgewonnenes zu erhalten.
Ich hoffe, daß sehr viele Eisenbahnfreunde und Gäste unserer Region den "Dampfbummelzug" von Kapfenberg nach Seebach benützen.
Gleichzeitig lade ich Sie auch ein, die Sehenswürdigkeiten unserer Stadt wie z.B. die Burg Oberkapfenberg oder das Kulturzentrum am Lindenplatz zu besuchen.

Mit herzlichem "Glück auf" Ihr Klaus Prischl (Bürgermeister der Stadt Kapfenberg)


Zum Geleit! (Günther Kajer)

Heuer jährt sich zum hundertstenmal der Tag, an dem die schmalspurige Lokalbahn Kapfenberg- Thörl- Seebach-Au den Betrieb auggenommen hat.
Der Verein "Freunde der Thörlerbahn", der sich schon in den ketzen Jahren sehr um die Aktivierung und en Erhalt dieser Bahn verdient gemacht hat, hat eine besondere Festform und wird mit einer Reihe von Veranstaltungen das Jubiläum begehen.
Dieses Jubiläum soll im Sinne der ganzen Region auch der Auftakt für das Weiterbestehen dieser Bahn sein und damit der Nutzung im touristischen Bereich dienen.
Die Herausgabe dieser Broschüre gibt mir die Möglichkeit, den Verantwortlichen und allen Mitarbeitern des Vereins "Freunde der Thörlerbahn" für ihren unermüdlichen Einsatz herzlich zu danken. Nur durch ihre Aktivitäten ist es überhaupt erst möglich geworden, dieses besondere Jubiläum zu feiern.
Namens der Gemeindevrtretung darf ich zum Juiläum herzlich gratulieren, perönlich bitte ich alle Thörlerinnen und Thörler, an den Jubiläumsveranstaltungen teilzunehmen und auch in der Zukunft zu unterstützen.

Günther Kajer (Bürgermeister von Thörl)

Also wirklich, damals war wirklich keiner gegen die Bahn!


Zum Geleit (Ing. Peter Polleruhs)

"Hundert Jahre Thörlerbahn", ein Anlaß, der es wahrlich verdient, würdig begangen zu werden. Ein Anlaß aber auch zum Erinnern an die Erstehung und die bisherige entwicklung des "Geburtstagskindes" und zur Hoffnung und zum Ausblick in die Zukunft.
War früher dir Thörlerbahn Transportmittel für Mensch und Wirtschaftsgüter dieser Region, so stellt sie heute vielmehr eine Touristenattraktion dar.
Als im Jahre 1991 ein Häufchen Idealisten voran der jetzige Obmann des Vereins "Thörlerbahn - Region Hochschwab", Herr Gerhard Czerny, den Traum hegte, die Thörlerbahn wieder zum Leben zu erwecken, wurden sie nicht ganz ernst genommen. Die Probleme schienen auch schier unumwindbar:
Eine Dampflok musste herangeschafft, die Waggons mussten organisiert werden, und von den Stmk. Landesbahnen mußte der Gleiskörper gestellt werden.
Aber nach dem Sprichwort- "Die Menschen suchen immer nach dem Neuen und entdecken dabei das Alte" war es schließlich dann doch soweit. Nach 33 Jahren fuhr wieder die erste Dampflock von Kapfenberg nach Seebach/ Turnau. Neben dem Rauch lag auch eine gewisse Nervositüät in der Luft. Bei dem einen war die Sorge, ob die Theorie nun auch der Praxis standhalten könnte die Ursache, bei dem anderen der Andrang von Erinnerungen.
Viele, die mitgefahren sind, waren, als der Personenverkehr auf dieser Strecke eingestellt wurde, noch nicht einmal geboren, und für die älteren Bewohner war das schnaufende Ding ein Teil ihrer Jugendzeit. Bei den Tränen in den augen wußte man nicht immer, ob sie nicht nur vom Rauch und Ruß alleine kamen oder wohl auch als Wehmut und Freude über die Erinnerungen an die sogenannten "besseren Zeiten".
Jede geschichtliche Entwicklung wirkt, wenn auch unbewußt, im Leben einer Region und deren Bevölkerung weiter. Holen wir deshalb die Vergangenheit in die Gegenwart und machen daraus unsere Zukunft- dnn nocheinmal soll dieser Nostalgiezug nicht sterben.
Das oberste Ziel jeder Gemeinde und Region ist, besonders für junge Menschen Arbeitsplätze zu sichern und nach Möglichkeiten weiter auszubauen. Um dieses Ziel zu erreichen ist jedoch das positive Zusammenwirken aller hier lebenden Menschen erforderlich. Fragen wir daher nicht was die Region für un tut, sondern fragen wir vielmehr, was wir für die Region tun! Auch Tourismus und Fremdenverkehr bilden einen Teil der Wirtschaft und bedeuten sichere Arbeitsplätze.
Für mich ist daher das Jubiläum "100 JahreThörlerbahn" ein schöner Anlaß, ein Wort des Dankes all jenen zu sagen, die an der Verwirklichnung mitgeholfen haben.
Unseren Gästen aus Nah und Fern entbiete ich ein herzliches Grüß Gott und wünsche einen angenehmen Aufenthalt.

Ing. Peter Polleruhs (Bürgermeister der Gemeinde Aflenz-Land)


Zum Geleit (Dipl.-Ing. Franz Brünner)

Mit Eröffnung der Thörlerbahn begann vor 100 Jahren auch zwischen Kapfenberg und Au-Seewiesen das Eisenbahnzeitalter. Die neue Bahnlinie hatte wesentlichen Anteil an der Industrialisierung und am wirtschaftlichen Aufschwung dieses Gebietes.
Die verkehrspolitsche Struktur hat sich bi in unsere Zeit stark gewandelt. War die Bahn in ihrem ersten halben Jahrhundert konkurrenzlos, mußte sie sich seit Anfang der 50er Jahre dem harten Wettbewerb der Straße stellen. Bis in die heutige Zeit liegt das Hauptaufgabengebiet der Thörlerbahn im Gütertransport für die ortsansässige eisenverarbeitende Industrie. DDas Schicksal der Bahn ist daher untrennbar mit der wirtschaftlichen Entwicklung dieser Betriebe verbunden.
Umfangreiche Investitionen waren in den letzten 20 Jahren notwendig, um den Bahnbetrieb rationell und kundenfreundlich zu gestalten. Für die schweren Eisentransporte wurden der Oberbau sowie die Brücken entsprechend verstärkt. Darüber hinaus wurden neue Fahrbetriebsmittel angeschafft, und auch die Werkstätte in in Kapfenberg wurde den modernen Gegebenheiten angepaßt.

Dipl.-Ing. Franz Brünner (Geschäftsleitung Steiermärkische Landesbahn)


Also bei soooooo viel Lob von allen Seiten ist doch der Weiterbestand der Bahn kein Problem! Oder sollte ich mich...???


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