Quo Vadis Thörler Bahn? (Teil 3)

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Die Artikel sind chronologisch geordnet: Wie meist im Netz üblich erst der neueste, dann geht es weiter in die Vergangenheit.

Liebe Eisenbahnfreunde, gehen Sie / geht doch bitte unbedingt auf meine Hauptseite und klickt dort auf das traurige Titelbild. Da gibt es u.a. noch einen lesenswerten Kommentar...


Wahlkampfgepolter!!!

(12.3.2000)

Es herrscht Wahlkampf in der Steiermark, und die Thörlerbahn ist ein Thema? Eher nein! Warum auch? Mit altem Gerümpel kann man doch keinen Hund vom Ofen hervorlocken, geschweige denn einen Wähler...

Dabei hat die Idee sogar etwas bestechendes: Wenn schon gesunder Menschenverstand und Logik nicht weiterhelfen, sollte man es doch mal mit der Politik versuchen!

Gründen wir doch einfach mal, einfach virtuell eine Partei: Die OÖL, die Oppositionelle Österreichische Liste. Als Opposition ist sie natürlich gegen die Regierung, und die ist ja gegen die Bahn! Also bleibt ihr ja nichts anderes übrig, als für die Bahn zu sein. (oder sehen Sie das anders?)

Der Parteivorsitzende der OÖL ist Otto E. Gestrig! (E. steht für Emil, nicht für ewig(!), Emil, wie Emil Tischfuß (Emil Tischfuß, das war doch der wiefe Junge aus der Feder von Erich Kästner?) Also dieser Herr Gestrig, will doch glatt die Bahn erhalten! So doof kann doch nur eine Opposition sein, der mangels Fehler der Regierung nichts besseres einfällt!

Da erzählt dieser Herr Gestrig gar, die rote Fa. Böhler will die Bahn loshaben, weil sie durch ihr Firmengelände fährt und damit Arbeitsplätze gefährdet. So ein Schmarrn! Wenn die Fa. Böhler rot sein sollte, kann sie doch gar nicht anders als sich Gedanken um Arbeitsplätze zu machen. Und die gibt es auch im Tourismus! Und wenn sie nicht rot ist, wird sie auch mit Sicherheit daran interessiert sein, den sozialen Frieden, der nur mit guter Beschäftigungslage erreichbar ist, zu erhalten.

Gerüchten nach hat dieser Gestrig Probleme, weil es Zusagen geben soll, daß mit dem Wegfall der Bahn irgendeine Burg erhalten werden kann. So ein Schmarrn, was hat das miteinander zu tun? Burgen sind auch von Gestern, oder?

Nee, nee, Bahn, das ist von gestern. Autobahnen sind die Zukunft. Damit kannst Du die Wahl gewinnen. Vielleicht noch mit Events, Touristikparks (wie in der TUI Werbung: Sie haben es sich verdient) Steirische Tradition ist nicht mehr gefragt! Tut mir Leid, Herr Gestrig, Du bist wirklich von Gestern!

Der Straßenausbau muß her! Und als Alibifunktion für die so werbewirksame Umweltpolitik auch noch der Radlweg! Und wenn der dem Steuerzahler auch mehr kostet als eine Bahnstrecke, (Die Brücken müssen dennoch erhalten werden, auch wenn Radlfahrer keine Fahrkarten lösen.) macht das nichts, das ist man dem Fortschritt schuldig!

Herr Gestrig, bei dieser Sachlage haben Sie in dieser Wahl keine Chance, und bei der nächsten ist es zu spät für Sie, da kennt keiner mehr das Wort Tradition.

Tut mir leid, Herr Gestrig, Ihr Glück ist nur, daß es Sie genausowenig gibt, wie die OÖL!

Geben tut es nur noch die (noch rettbaren) Reste der Thörlerbahn, aber wer sollte daran interessiert sein? Außer Ihnen und einigen unverbesserlichen nostalgischen Spinnern niemand! So ist es nun mal!

Den einzigen, den es in dieser traurigen Glosse wirklich gibt, ist Ihr (trauernder)
Oskar Sembach
, aber der wird in dieser Sache eh nicht gefragt...


Zwischenbericht Feber 2000

(5.2.2000)

Todenstille zwischen Kapfenberg und Seewiesen (wenn man einmal vom Lastautoverkehr absieht), alle Fahrzeuge sind verkauft oder an die Eigentümer zurückgeben, Ende, Ruhe, Aus!

Aus...???

Ja, es ist hoffnungslos... Wenn Keiner nicht will, dann geht nix! Und doch! Es gibt immer noch Entusiasten, die einfach nicht aufgeben und das hoffnungslose versuchen, die Thörlerbahn ein drittes Mal aufzuerstehen lassen. (Zugegeben, ich gehöre auch zu diesen weitblickenden "Trotteln".)

Ein Zeichen dieser Aktivitäten ist die Unterschriftenaktion, die zum Ärger der Bahngegner erfolgreicher ist als angenommen und deshalb noch bis März verlängert wird. Also ran an den Kugelschreiber: audrucken, ausfüllen und ab die Post!

Und was gibt es sonst noch im Thörlergraben?

Keiner lebt doch!

Als ich einst den Herrn "Kein Mensch" (Keiner) erfand, dachte ich bei weitem nicht daran, daß es ihn in irgendeiner Weise geben könnte. Doch offensichtlich habe ich mich geirrt. Neuesten Erkenntnissen nach soll es sich um eine wirklich einflußreiche Persönlichkeit in Thörl handeln, umgeben von etlichen Jasagern, die trotz der Erkenntnis: "Wir werden es bereuen" brav hinter Keiner stehen. Da kann man halt nix machen...

Kapfenberg will aus dem Tourismusverband austreten

...weil er nichts für die Stadt tut. Nun, dies kann ich nicht im Detail nachvollziehen, aber in einem Punkt haben die Kapfenberger recht. Eine Attraktion, von der vor allem die Gastronomie in Kapfenberg profitierte, war die Thörlerbahn. Wenn man extra aus ein oder zwei Autostunden Entfernung anreist um mit der Bahn zu fahren, hat man Hunger und geht erst mal Essen. (Da gibt es übrigens hervorragende Adressen!) Aber nur wegen einem Mittagessen fährt keiner extra nach Kapfenberg. Und was macht der Tourismusverband in dieser ganzen Diskussion? Nichts!

Liebe Kapfenberger, ich kann Sie verstehen! Was nützen hektische Aktionen und die verzweifelte Suche nach neuen Konzepten, wenn man nicht in der Lage ist, alte und bewährte Attraktionen, die sich andernorts als Magnet erweisen, zu bewahren...

So dies war es wieder mal bis sich was neues ergibt, von Eurem unverbesserlichen nostalgischen Trottel Oskar Sembach


Ganz so einfach ist das Sterben der Bahn doch nicht, wie ich der Kleinen Zeitung vom 23.11.99 entnehmen konnte:

(24.11.99)

Nachzulesen unter der völlig neu gestalteten Site (derzeit noch teilweise Baustelle) unter http://www.kleinezeitung.at. NEUER URL

Die Thörlerbahn will der FPÖ-Abgeordnete Leopold Schöggl retten - mit einem Cluster.

VON ULF TOMASCHEK

"Überall gibt es Cluster, warum sollen wir nicht auch hier clustern?", fragt Leopold Schöggl. Der freiheitliche Nationalratsabgeordnete ist zwar ziemlich spät dran, möchte aber doch noch einen Versuch starten, die Thörlerbahn zu erhalten.

Konkret stellt sich Schöggl einen Zusammenschluss (zumindest) der steirischen Museums- und Nostalgiebahnen vor. Mit einem gemeinsamen Erscheinungsbild und einem gemeinsamen Marketing sollten hier "Synergien genützt werden. Bisher waren und sind doch alle diese Vereine Einzelkämpfer". Schöggl träumt auch von einem "Kompetenzzentrum Museumsbahnen". Dafür böte sich seiner Meinung nach Mürzzuschlag als Standort an, genauer die alte Werkstätte der Österreichischen Bundesbahnen.

Kurze Variante Was die Thörlerbahn betrifft, weiß Schöggl, dass die Strecke von Kapfenberg nach Palbersdorf "gestorben" ist. Er möchte die "kurze Variante" erhalten, die ja auch von den Vorstandsmitgliedern des Vereins Thörlerbahn in den vergangenen zwei Jahren immer wieder ins Spiel gebracht wurde. Allerdings sei jetzt noch einmal der Vereinsvorstand gefordert. Schöggl: "Ein klares Konzept, das auch die Kosten beinhaltet, und ein Jahresprogramm, dann könnte man darüber reden."

Für die Planung und Umsetzung des "Museumsbahn-Clusters" hat der freiheitliche Abgeordnete auch schon eine Adresse: "Das wäre doch eine dankbare Aufgabe für das EU-Regionalmanagement. Es muss ja nicht immer nur Telekommunikation sein", ätzt Schöggl in Richtung seiner "Intimfeinde". Von der Machbarkeit seiner Idee ist Schöggl überzeugt: "Ständig werden in der Region Leitprojekte gemacht, die schön langsam zu Leidprojekten werden - weil man das Gefühl hat, dass in den meisten Fällen nichts weitergeht", verweist der Abgeordnete auf die Aflenzer Bürgeralm und das Thermenprojekt Aflenz-Land.

Soweit der Artikel, und nun mein persönlicher Kommentar:

Zum Thema "kurze Variante". Sicher diese wurde auch vom Verein als Notlösung angeboten, aber ob diese so toll ist? erstens gibt es im oberen Teil keine Lokschuppen, der müsste erst gebaut werden, zweitens verliert die Bahn deutlich an Attraktivität, ist doch gerade die Enge im Thörlergraben ein Beispiel für die Ingenieurbaukunst vergangener Tage. Nicht zuletzt ist der exotische Strassenübergang in Hansenhütte neben der Fahrt durch Thörl das beliebteste Fotomotiv. Auch verliert die Bahn den Anschluß zur ÖBB und damit die Gelegenheit die Fahrt mit dem Nostalgiezug mit einer Anreise via ÖBB zu verbinden.

Ansonsten ist der Vorschlag Spitzenklasse, aber das mit der Zusammenarbeit der Bahnen habe ich schon immer vorgeschlagen, Herr Schöggl.

Aber wie auch immer Herr Schöggl, beeilen Sie sich, die Streckenspechte packen schon ihre Schweißgeräte aus um feste unumstößliche Tatsachen zu schaffen!!!! (Auch wenn das mit dem Bau der neuen Straße sicher noch Jahre dauern wird... sicher ist sicher!)

(Kommentar: O. Sembach)


Ich hatte eine Traum...

(20.11.99)

von einer Steiermark, die auch auf Traditionen setzt, und nicht nur auf Großprojekte... Die gewachsene Attraktivitäten für wichtiger erachtet, als künstliche Attraktionen... Die das Alte bewahrt und behutsam in die neue Zeit überführt... ich hatte...

Schluß, ausgeträumt!!! Modern um jeden Preis!!! Tja so präsentiert sich das Mürztal heute. Wie anders soll man es interpretieren, wenn eine der schönsten Schmalspurbahnen Österreichs einfach so einem Radlweg geopfert wird? (Zwischen Salzburg und...)

Während anderorts Schmalspurbahnen durchaus sich als Touristenmagnete erweisen (z.B. Feistritztalbahn, Zillertalbahn, Stainzerbahn) glaubt man rund um Thörl, daß eine - vielleicht realisierbare - Therme mehr bringt. Wie solche hochfliegende Großprojekte enden können, kann man in Stubenberg (Parkhotel) oder Anger studieren.

Nun was solls, die Bahn wurde entgültig kaputtverwaltet, und somit erfolgreich abgeschafft! Die "ewig gestrigen" Freunde der Bahn als Spinner abgetan und in den Konkurs getrieben!

Daß Nostalgiebahnen nichts bringen, führen etliche Strecken vor: z.B. Feistritztalbahn, Stainzerbahn, Schneebergbahn und das Aushängeschild des Österreichtourismus die Zillertalbahn! und, und, und... vor!!!

Da bleibt den Tourismusverbänden in Kapfenberg, Thörl, Afflenz und Seewiesen nur zu wünschen, daß die Gäste in Zukunft die neu ausgebaute Straße nutzen, um noch schneller die moderne Region zu erreichen und nicht daran vorbeischießen um z.B. in Weiz oder Stainz zu landen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Mit der Thörlerbahn wird nicht nur ein Verkehrsbetrieb vernichtet, sondern auch ein technik- und kulturhistorisches Denkmal. Aber was interessiert dies in dieser modernen Zeit?

Rein theoretisch ist der Zug noch nicht abgefahren. Eine Wiederinbetriebname der Strecke wäre prinzipiell noch möglich. Aber ehrlich gesagt: Glauben Sie daran? Eher verrückt man den Schöckel, als den Kopf eines steirischen Lokalpolitikers (oder sollte ich mich da getäuscht haben?).

Lassen Sie mich doch mal träumen: Die Thörlerbahn färhrt wieder, manche Bahnen rundherum fahren sowieso, es gibt eventuell sogar Fahrten auf der Strecke Mixnix/St. Erhard und das Ganze wird verbunden zu einem Oststeirischen Bahnerlebnis mit Touristischen Impulsen gerade in der Vor- und Nachsaison. Und die Thörlerbahn im Mittelpunkt...

Ich habe einen Traum... (der aber sehr bald ausgeträumt sein wird!)

Ich hatte eine Traum...

Der nostalgische Spinner, Oskar Sembach


Letzte Woche erreichte mich folgende Mail, die ich Ihnen nicht vorenthalten will:

(14.11.99)

Lieber Oskar

Ich kann deine Trauer über die Thörlerbahn verstehen! Ich bin 14 Jahre alt und meine Oma wohnt in Thörl.
Immer wenn ich im Sommer bei ihr zu besuch war, bin ich mit der Thörlerbahn gefahren. Von der Wohnung meiner Oma kann man einen Bahnübergang der Thörlerbahn sehen. Wie ich noch klein war und noch ein paar Wochen im Sommer bei meiner Oma verbracht habe bin ich immer zum Fenster gerannt wenn die Dampflock gepfiffen um mir die fahrende Bahn anzuschauen. Deshalb tut es mir auch sehr leid, dass der Betrieb auf der Strecke von der Thörlerbahn eingestellt wird.
Ich hoffe es war zu Allerheiligen nicht die letzte Fahrt der Thörlerbahn. Ich glaube nicht, dass Touristen an einem Radweg interessiert sind der die meiste Zeit an der Straße entlang führt. Außerdem glaube ich nicht, dass es sichere ist wenn nicht die Bahn sondern Radfahrer die Straße überqueren.

Schöne Grüße aus Niederösterreich
Dein Dominik

PS: Ich finde deine Homepage toll!

Lieber Dominik, Danke für das Lob! Zum Thema "traurig sein", da sind wir beide nicht alleine! Es sind deutlich mehr Menschen traurig, dass dieses einmalige technik- und kulturhistorisches Denkmal gedankenlos dem Fortschritt geopfert wird, als sich die Damen und Herren Politiker der Region vorstellen können oder wollen. Aber was solls, solange die am Ruder sind und der schweigende Teil der Bevölkerung einfach schweigend mitspielt... haben die das Sagen. So ist nun mal diese Welt! Und das heißt: Die Thörlerbahn war einmal! Die Steiermark verliert wieder einmal eine einmalige Chance für den Tourismus, die sicher richtig angepackt ein Zugpferd überregional hätte sein können...

Aber was solls, die Würfel sind gefallen! Oder glaubst Du, glauben Sie noch an Wunder?

Euer (trauriger) Oskar


Und noch Leserbrief aus der Kleinen Zeitung vom 10.11.99:

(10.11.99)

Nachzulesen unter http://www.kleine.co.at.

Idealismus

Am 30. Oktober befuhr zum letzten Mal ein Arbeitszug die Geleise der Thörlerbahn von Seebach-Turnau nach Kapfenberg-Landesbahnhof, um letzte Waggons abzutransportieren. Der Versuch, ein eisenbahnhistorisches Denkmal in Form eines Bummelzuges zu erhalten, fand damit nach sieben Jahren ein stilles Ende.
Dass es dazu kam, hing zumindest zum Teil mit dem Desinteresse der Region (die Gemeinde Aflenz-Land ausgenommen) zusammen, die den Wert der Bahn für den Tourismus nicht erkennen konnte oder wollte.
Weil sich offiziell niemand fand, möchte ich als einer, der nahezu von Anfang an dabei war, der die Triebfahrzeugführer- und Dienstprüfung abgelegt hat, für diesen selbstlosen Idealismus danken, der im doppelten Sinne des Wortes "umsonst" war. In Erinnerung bleiben wird mir die gute Kameradschaft unter den Aktiven - und das Bewusstsein, für eine gute, anderswo erfolgreiche Sache eingetreten zu sein.

Prof. Dr. Werner Steinhauser, Bruck


Einen Erlebnisbericht dieser Abschiedsfahrt schickte mir Herr Zehetner aus Graz am 4.11.99:

(9.11.99)

Abschied von der Thörlerbahn.

Hallo, Oskar !
Am 31.10.1999 gab es die wahrscheinlich letzte Fahrt auf der Thörlerbahn - eine Abschiedsfahrt für Mitarbeiter und engste Freunde wurde es ! Eigentlich vermißte ich den Gestalter der Thörlerbahn - Webseiten !!
Es war geplant, mit der Z 6 noch einmal die Gesamtstrecke zu befahren, doch hatten Heinzelmännchen der Landesbahnen - absichtlich oder nicht, sei dahingestellt - just in der Woche davor von der Lok Teile der Bremsanlage abmontiert, so daß sie nicht eingesetzt werden konnte. Daher wurde mit der Draisine ÖBB X 616.912 (Leihgabe aus Knittelfeld) und dem Wagen AC 68 um ca. 10.15 Uhr die Fahrt nach Seebach - Turnau angetreten. Hier wurde ausgiebig zu Mittag gegessen und ebenso ausgiebig rangiert, mußten doch die letzten Waggons von hier noch abtransportiert werden. Die Draisine hatte schließlich neben dem Personenwagen noch 4 Güterwagen am Haken, auf jedem war ein Bremser abgestellt, um ja rechtzeitig zum Stehen zu kommen. Die Rückfahrt mußte mehrmals unterbrochen werden, da an manchen Stellen die Bewohner entlang der Bahn die Aktiven des Vereins nicht ohne einen Schluck aus mitgebrachten Schnapsstamperl weiterfahren lassen wollten......
Im Bahnhof Thörl wurde schließlich noch der hier stationierte Schneepflug angehängt; die gesamte Fuhre erreichte kurz vor Sonnenuntergang den Bahnhof Kapfenberg Landesbahn. Somit verkehrte nach 105 Jahren und 356 Tagen voraussichtlich zum letzten Mal ein Zug auf dieser Strecke!
Ich habe natürlich Unmengen von Bildern gemacht, allerdings habe ich keine Möglichkeit zum Einscannen - gerne kann ich Dir einige davon senden, wenn du willst. Vielleicht besteht ja die Möglichkeit, die Bilder der Abschiedsfahrt auf den WWW - Seiten der Thörlerbahn zu veröffentlichen.
Laß es mich bitte wissen, ob Du welche haben willst - bis dahin viele Grüße aus Graz Dietmar Zehetner

Natürlich bin ich an Bildern interessiert, Lieber Dietmar, schicke sie mir, sie werden erscheinen!!


Und noch ein Artikel in der Kleinen Zeitung:

(9.11.99)

Nachzulesen unter http://www.kleine.co.at.

Am 3. Novenmber:

Thörlerbahn: Ein Abschied mit Lachen und Weinen

Mit Trauerflor und Transparent: Stilecht am Allerseelen-Wochenende wurde die Thörlerbahn endgültig zu Grabe getragen.

VON ULF TOMASCHEK

Der 106. Geburtstag war ihr nicht mehr vergönnt. Nach 105 Jahren und 326 Tagen wurde die Thörlerbahn zu Grabe getragen. Stilecht am Allerseelen-Wochenende stand die alte Lokomotive noch einmal unter Dampf, um dann die paar Meter in die Garage zu zuckeln. Begleitet wurde die Lok auf ihrem "letzten Gang" vom Vorstand des Vereins Thörlerbahn und einigen aktiven Mitgliedern - alle waren mit Trauerflor um den Ärmel gekommen.
Dennoch: Die Stimmung der "Trauerg&auste" am Kapfenberger Landesbahnhof schwankte zwischen Lachen und Weinen. Denn so sehr der Vorstand und die Mitglieder in den vergangenen zwei Jahren um den Fortbestand "ihrer" Bahn gekämpft hatten, so erleichtert waren sie darüber, dass der langwierige Todeskampf der Bahn nun vorbei ist. Mit 31. Oktober endete der Vertrag mit den Landesbahnen, die Lok, eine Leihgabe des "Club 760", wird in Zukunft im obersteirischen Frojach im Museum zu bewundern sein. Der Großteil der Waggons ist in der Konkursmasse, der Rest ist Schrott.
Mit dem Ende der Thörlerbahn endet auch die Geschichte der "schmalspurigen Lokalbahn Kapfenberg-Seebach/Au", genau so wie die Schmalspurbahnen Völkermarkt-Eisenkappel, die Salzkammergutbahn oder die Gurktalbahn bereits Geschichte sind. Wehmütig meinte Einer bei der Abschlussfahrt: "Hätte Landeshauptfrau Waltraud Klasnic einmal ihre Stimme erhoben so wie jetzt zur Erzbergbahn, wäre es wohl anders gekommen." Aber wie meinte ein Anderer zum Aus der Thörlerbahn: "Spätere Reklamationen sind zwecklos."


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